Ausrüstung


TLF, MTF & TSADie Feuerwehr Neudorf hat, bedingt durch die Typen-Klassifizierung, nur zwei Einsatzfahrzeuge. Bis vor kurzem waren dies das TLF 1000 sowie das MTF samt TSA, welches aber gegen ein neues LF der Firma Lohr ausgetauscht wurde.



Die Blue.Box II

Die Blaue Box Vor nicht allzu langer Zeit war es soweit - der nächste Schritt in Richtung "bessere Sicherheit für die Bevölkerung" wurde in Form eines blauen Kästchens getätigt. Hierbei handelt es sich um die "Blue.Box II", die es bereits seit einiger Zeit auf dem Markt gibt, bis dato allerdings aufgrund der Kosten für die Feuerwehr Neudorf nicht in Frage kam. Nun bot sich die Gelegenheit, ein günstiges, gebrauchtes, aber in tadellosem Zustand erhaltenes Stück Zukunft zu erwerben.


Wie funktioniert die Blue.Box II?

In der Blue.Box II ist ein GSM-Modul eingebaut. Nach Alarmauslösung wird der vorgespeicherte Text an die gespeicherten Handy-Nummern der jeweiligen Gruppe mit einer Geschwindigkeit von ein bis zwei Sekunden pro SMS gesendet, wobei die Reihenfolge dieser Aussendung vom Betreiber in der Programmierung festgelegt wird. Weiters wird auch bei jeder gesendeten SMS die aktuelle Uhrzeit der Alarmierung mitgesendet.


SMS zur Alarmierung

Blau harmoniert gut mit rot Die Anbindung der Blue.Box II an das landesweite Alarmierungskonzept erfolgt über die Sirenensteuerung, DigiPager2BlueBox (verbindet einen digitalen Pager mit der Blue.Box II) oder 5-Ton2BlueBox (wertet das 5-Ton Protokoll (ZVEI 1) aus und übergibt einen vorgespeicherten Text an die Blue.Box II weiter). Diese Anbindung ist durch die regelmäßigen Probelalarme die Besterprobte und damit Sicherste. Die Alarmierung durch die Warnzentrale kann daher ohne Änderungen erfolgen. Der dezentrale Aufbau dieser SMS-Alarmierung verhindert einen sogenannten Flaschenhals-Effekt und nutzt effizient die regionalen Ressourcen des gewählten GSM-Netzbetreibers. Regionale Ausfälle des GSM-Netzbetreibers beeinflussen daher die SMS-Alarmierung in den anderen Regionen nicht. Durch die einzelne Versendung jeder Alarm-SMS ist der Verlust eines gesamten Alarms nicht möglich, wie es bei Gruppen- oder Bündel-SMS sehr leicht der Fall sein kann. Daher besteht mit der Blue.Box II die höchste Sicherheit. Eine gezielte Auslösung der Blue.Box II durch die Warnzentrale ist mittels Fernalarm (SMS, Telefonanruf oder Internet) jederzeit möglich. Eine Funktions- oder Alarmbestätigung kann per SMS oder Fax erfolgen.

Fazit: Landesübergreifende und einheitliche Alarmierungskonzepte können mit der Blue.Box II optimal und gesichert abgedeckt werden.


Alarmauslösung

Die Blue.Box II kann über 4 Varianten ausgelöst werden:


Handauslösung mit Taste am Gerät
Für jede der 16 Gruppen ist eine Taste am Gerät. Bereits durch einen kurzen Tastendruck alarmiert die Blue.Box II die gesamte ausgewählte Gruppe. Auch Erinnerungen können (falls vorher als Fixtext gespeichert) so über Tastendruck ausgelöst werden.
Auslösung durch vorhandene Sirenensteuerung
Für jede der 16 Gruppen ist ein Kontakt auf Klemmen ausgeführt. Einer dieser Kontakte wird mit der vorhanden Sirenensteuerung verbunden (Kontaktausgang, Toröffner oder Sirenenschütz). Die Auslösung erfolgt dadurch automatisch von der Warnzentrale. Ein Handy in der Warnzentrale, dessen Nummer in der Blue.Box II gespeichert wurde, ist die Funktionskontrolle der Blue.Box II und des GSM-Netzes.
Fernalarmierung mit SMS und Code
Jede der 16 Gruppen kann mittels SMS, die an die Blue.Box II gesendet wird, ausgelöst werden. Bei dieser SMS muß der Zugangscode verwendet werden.
Fernalarmierung durch Anruf der Blue.Box II (PersonalAlarm)
Über die Rufnummern-Anzeige (CLIP oder CLIR) kann die Blue.Box II das anrufende Telefon erkennen. Es können für jede Gruppe bis zu zehn berechtigte Telefone programmiert werden, die nur durch einen Anruf der Blue.Box II die gewünschte Gruppe auslösen. So kann man etwa einer weiteren kleineren Feuerwehr die Nutzung der Blue.Box II ermöglichen, ohne den Zugangscode weiterzugeben. Auch die Fernalarmierung von einem Festnetztelefon ist damit möglich. Der Aufbau eines Personen-Ruf-Systems für gefährliche Arbeitsbereiche kann damit ebenfalls durchgeführt werden.




Die wichtigsten Informationen im Überblick

- 16 Gruppen zu je 90 Handynummern (bis zu 1440 Nummern)

- spezieller Klingelton bei Empfang einer Alarm-SMS von der Blue.Box II

- Fernalarmierung, Nachalarmierung einfach vom Handy oder Festnetztelefon

- Versenden von SMS (zB: Erinnerung an Übung) vom Handy über die Blue.Box II

- Flash-SMS oder normale SMS für jede Person einstellbar

- integrierte Echtzeituhr (autom. Sommer-/Winterzeitumstellung)

- Uhrzeit im SMS-Text

- Programmierbare Zeitfenster zur Umleitung (Ausfilterung) des Probealarms

- Alarmierung an alle GSM-Netze

- 100% Fernwartung per Modem

- Protokollierung der letzten 10 Aktionen

- Eingebauter Akku, Stromausfalls-SMS, Ladegerät integriert

- LED-Display zeigt alle Betriebszustände

- Fernsteuerung von 6 Relaisausgängen über SMS oder per Anruf (zb. Türöffner)



Wer alarmiert bereits mit der Blue.Box II (einige Beispiele)


Betriebsfeuerwehren




Freiwillige Feuerwehren

- FF Eisenstadt
- FF Nickelsdorf
- FF Mönchof
- FF Wulkaprodersdorf
- FF Klingenbach
- FF Schwechat
- FF Hainburg
- FF Mariazell
- FF Obertauern
- FF Ischgl


Mehr Informationen bezüglich der Blue.Box.II können unter folgendem Link in Erfahrung gebracht werden:

Nagl-Elektronik



Umbau des neuen Anhängers zu  einem Tragkraftspritzenanhänger (TSA)

Unser alter Tragkraftspritzenanhänger, der im Zuge des Umbaus des LF's in 70er Jahren gekauft wurde, entsprach nicht mehr den technischen Anforderungen der heutigen Zeit. Mit dem Kauf unserer neuen TS wurde bald klar, dass unser alter Tragkraftspritzenanhänger wohl nicht mehr reichen würde. Sowohl aus Platzgründen als auch aus Gründen der Nutzlast wurde entschieden, einen neuen Anähnger zu kaufen.

Unser alter Anhänger verfügte über keine Bremse und keine Federung. Vom Aufbau her war er relativ hoch und schmal, was zur Folge hatte, dass die Fahreigenschaften besonders in Kurven nicht optimal waren. Im Hinblick auf den Kauf eines neues Fahrzeuges und dem Wunsch, ein zweites Fahrzeug mit Wassertank für Flurbrände zur Verfügung zu haben, wurde bald die Idee geboren, einen leistungsstarken Anhänger zu kaufen, der auch einen Wassertank befördern könnte, um dadurch beim zweiten Fahrzeug, durch den Wegfall eines eingebauten Wassertanks, Kosten zu sparen.

TSA mit AufteilungNach längerer Auswahl wurde dann ein Modell mit zwei Achsen und 1,5t max. Gesamtmasse gekauft. Sofort machte sich unser Gerätewart Christian Kalinka ans Planen. Nachdem er einige Varianten druchdacht hatte, wurde in einer Chargen und Kommandositzung das OK für den entgültigen Aufbauplan gegeben. Innerhalb von nur zwei Tagen konnte der Gerätewart mit seinen Helfern den Anhänger für die Bedürfnisse der Feuerwehr Neudorf umgestalten.

Der Anhänger wurde in drei Sektionen unterteilt, die alle drei untereinander austauschbar sind. Nicht nur TS und Schmutzwasserpumpe sind auf Schienen gelagert, sondern auch der Teil mit den wasserführenden Armaturen und den Schläuchen. SchienensystemMit diesem Konzept bleibt die Anhängerbeladung immer für etwaige Änderungen anpaßbar. Einen weiteren großen Vorteil bietet die Mitnahme der Schmutzwasserpumpe. Damit ist das nachträgliche, lästige Verladen der Schmutzwasserpumpe samt Zubehör Geschichte. Wenn ein neues Fahrzeug zur Verfügung steht, kann auch der Wassertank ohne weitere Umbauten auf den Anhänger aufgebaut werden, da auch er mittels Schienen verlastet wird. Auffällig ist die große Menge an B-Schläuchen, mit denen jetzt auch eine längere Zubringleitung möglich ist, die leider auf Grund der schlechten Wasserversorgung seitens des Wasserleitungsverbandes bei vielen Objekten notwendig ist.

Beladung des Anhängers mittel Schienen
Wird der Anhänger für Besorgungsfahrten gebraucht, kann der gesamte Aufbau, der auf einer seperaten DoKa Platte montiert ist, mit wenigen Handgriffen wieder vom Anhänger abgenommen werden. Durch die Verwendung einer "zweiten Bodenplatte", bleibt die originale Siebdruckplatte unberührt (keine Löcher bzw. sonstige Manipulationen an der Original-Platte).




Lieferung der neuen Pumpen

Grindex Minette Tauchpumpe Bei weitem schneller als die meisten Mitglieder der FF Neudorf glaubten, wurden die beiden neuen Pumpen - unsere neue TS Magirus/Lohr Europfire 2000 und eine Grindex Minette Tauchpumpe - geliefert. Aufgrund des Hilfseinsatzes bei der Hochwasserkatastrophe im August diesen Jahres wurden die Neuanschaffungen vorgezogen. Nach einer Evaluierungsphase für die neue TS und der Vorführugen der beiden in Frage kommenden Pumpen wurde die Typenentscheidung getroffen. Nach einer Präsentation der beiden Pumpen im Gemeinderat wurde auch von der Gemeinde grünes Licht für die Anschaffung gegeben.

Der Gerätemeister, der Gerätewart und der Jugendbetreuer machten sich nun an die Arbeit, die beiden Pumpen sinnvoll in unsere Fahrzeuge einzubauen. TS Lohr MagirusFür die Tauchpumpe war der Platz schnell gefunden - er stand schon vorher fest - bei der TS warten wir noch auf einen Kostenvoranschlag für den Umbau unseres MTF's. Die neue TS soll nicht mehr auf dem alten Anhänger, der verkehrstechnisch nicht mehr auf dem letzten Stand ist, sondern direkt im Laderaum des MTF's ihren Platz bekommen. Weiters werden Schläuche (meistens B, da die Hauptaufgabe in der Löschwasserzubringung zum TLF liegt) und wasserführende Armaturen gemeinsam mit der neuen TS entnehmbar sein.



TS Vorführung

TS Lohr-Magirus Eurofire 2000 Da unsere gute alte TS jetzt doch ihren letzten Einsatz hatte, wurden wir gezwungen, den Kauf einer neuen TS vorzuziehen. Wir fassten dabei die Hersteller Rosenbauer mit ihrer FOX II und Lohr Magirus mit der EuroFire2000 in Betracht. Die TS der Firma Rosenbauer war uns schon hinlänglich bekannt, da sie weit verbreitet ist. Das Produkt von Lohr Magirus erweckte unsere Aufmerksamkeit, als wir fast per Zufall auf der Website der Firma Bilder der TS entdeckten. Kurz darauf stellte unser Webmaster im Fireworldforum die Frage, ob jemand diese Pumpe schon kenne. Noch am selben Tag nahm ein Mitarbeiter der Firma Lohr Kontakt mit unserem Gerätewart auf und brachte uns erste Unterlagen. Bald darauf wurden zwei Termine zu Vorführungen vereinbart. Einen Tag zuvor erstellte der Gerätewart mit dem Jugendbetreuer eine Testanordnung, bei der alle Schwachstellen der Probanden zu Tage treten würden.

TS Rosenbauer FOX II Saugstelle war unser zuverlässigster und stärkster Brunnen bei der Wasserstelle, Saugtiefe waren 6,8m. Aufstellplatz der TS'en war aber eine kleine Böschung, die eine erhebliche Schräglage der TS bewirkte und gleichzeitig die Saugtiefe auf 8m und dann im laufenden Betrieb auf 9m ansteigen ließ. Wir beharrten auf eine relativ starke Schräglage, da wir von anderen Feurwehren hörten, dass manche Hersteller Probleme mit der Schmierung des Motors haben. Es stellte sich aber heraus, dass keine der beiden Pumpen Probleme mit der Schräglage hatte.

Die Ergebnisse der Tests sind wie folgt:

Test
Rosenbauer FoxII
Lohr-Magirus Eurofire 2000
Kaltstartverhalten Bedienbarkeit Sehr einfach, durch die elektronisch gesteuerte Einspritzung keine "Kniffe" erforderlich Sehr einfach, durch die elektronisch gesteuerte Einspritzung keine "Kniffe" erforderlich
Warmstart Keinerlei Probleme, auch nach einem Abwürgen konnte der Motor einfach durch drehen des Startknopfes wieder angelassen werden. Keinerlei Probleme, es war aber nicht möglich durch die Pumpe den Motor abzuwürgen, da die Motorleistung erheblich höher als die von der Pumpe geforderte ist (54kW = 74PS, Fox II 41kW = 56PS).
Lenzbetrieb Gute Lösung - durch ein Ausstellen der Trockensaug-einrichtungskupplung wird verhindert, dass bei geringem Pumpeninnendruck die Trockensaugeinrichtung ständig mitläuft (wie es beim Lenzen, bei ungeübten Maschinisten oft der Fall ist). Keine Möglichkeit durch den Maschinisten die Trockensaugeinrichtung abzustellen, sie schaltet sich aber schon bei einem Pumpeninnendruck von einem bar ab. Dieser Inndruck ist leicht durch ein Aufsetzen einer Reduzierung B/C möglich. Die Fördermenge bleibt dadurch unbeeinflusst.
Ansaugdauer bei 8m Tiefe Bestzeit wurde durch sehr hohe Drehzahl erreicht (mind. 2/3 Gas) Zeit: 21sec Zeit mit nur 1/2 Gas und dem entsprechend geringerer Drehzahl: 31 sec
Druck bei: B-
Mehrzweckstrahlrohr ohne Mundstück und 9m Förderhöhe
5 bar 9 bar
Druck bei: B-
Mehrzweckstrahlrohr mit Mundstück und 9m Förderhöhe
10 bar 13 bar



Abschließende Bemerkungen (Subjektive Eindrücke)

Die Fox II ist ein Produkt bei dem man keinen Fehler machen kann. Sie ist weit verbreitet und hat schon zigmal gezeigt, dass sie zuverlässig ist. Dennoch dürfte es Schwachstellen geben, denn bei den Hochwassereinsätzen im August diesen Jahres wurden einige Trockensaugeinrichtungen kaputt. Grund dafür, so die Aussage des Rosenbauer Mitarbeiters, sei eine unsachgemäße Bedienung gewesen. Die Maschinisten hätten vergessen die Trockensaugeinrichtungskupplung auszurücken ...

Beeindruckend ist die Laufruhe der Eurofire 2000, die durch einen Vier-Zylindermotor profitiert. Die Leistung wird einfach durch einen Drehzahlbegrenzer "gedrosselt". So läuft der Motor einfach nur auf 2/3 der Drehzahl/Leistung. Dennoch ist während des gesamten Tests zu bemerken gewesen, dass der Motor nie in Schwierigkeiten gekommen wäre (konnte einfach nicht abgewürgt werden).

Von einigen Kollegen wurden Bedenken geäußert, dass durch die Wasserkühlung der Motor bei hoher Belastung zu heiß werden könnte. Dagegen wurde von Lohr-Magirus ein zweiter leistungsstarker Lüfter eingebaut, der die heiße Luft vom Auspuffkrümmer wegsaugt und zusätzlich wurde ein kleiner Wärmetauscher installiert, der durch das in der Pumpe befindliche Wasser das Kühlwasser des Motors kühlt. Auch der Lüfter für den Flüssigkeitskühler bläst die erwärmte Luft vom Motor weg und nicht wie beim PKW auf den Motor.Während des gesamten Tests wurde der Rücklauf aus dem Kühler nie wärmer als max. 45° C (Geschätzter Wert - wurde durch Berühren des Rücklaufschlauches festgestellt). Lufttemperatur beim Test: 26° C.