Geschichte
Die Feuerwehr Neudorf hat eine lange und ereignisreiche Geschichte. Ein kurzer historischer Auszug ...

Von der Gründung in die Gegenwart - Eine kleine Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Neudorf
Die Feuerwehr Neudorf bei Parndorf wurde im Jahre 1881 unter dem Namen "Freiwilliges Feuerwehr-Corps Moson Ujfalu" mit Georg Ambrusch als Präses und Heinrich Cadilek als Kommandant gegründet. Der Gedanke von organisierten Feuerwehren auf freiwilliger Basis ging zu dieser Zeit von Ödenburg in die Landgemeinden hinaus und wurde in diesen bereitwillig aufgenommen, zumal es immer wieder zu verheerenden Brandkatastrophen gekommen war - es gab zum Großteil nur rohrgedeckte Häuser, Petroleumlampen, offene Feuerstellen usw.)
Die schriftlichen Unterlagen über die Zeit nach der Gründung bis zum Ersten Weltkrieg sind zwar spärlich, doch lassen Eintragungen in einem Kassabuch auf einen baldigen Ankauf einer fahrbaren, einarmigen Handdruckspritze und den Bau eines Requisitenhauses schließen.
1906 stiftete die Gutsbesitzerfamilie Wamoscher der Freiwilligen Feuerwehr Neudorf zum 25jährigen Bestandsjubiläum eine Fahne, deren Patin die Gattin des Stifters, Wamoscher Lajosné, war. Diese Fahne ist heute noch im Besitz der Feuerwehr und wird bei feierlichen Anlässen getragen.
Unter Kommandant Josef Böck wurde am 7.Juni 1914 eine pferdegezogene, vierrädrige, zweistrahlige Fahrspritze von der Feuerwehr Bruck an der leitha um 600 Kronen angekauft. (Preis laut vorhandener Rechnung)
Nach dem Ersten Weltkrieg fand im Jahre 1922 unter Kommandant
Johann Mikula eine Neuorganisierung und Modernisierung der
Feuerwehr statt. Der zum Großteil ungarische Sprachgebrauch im Schriftverkehr
verschwand hier zur Gänze. 1923 wurde ein neues Feuerlöschzeughaus -
wie es damals genannt wurde - gebaut, und 1928 konnte durch eine Ankaufaktion
des Landes die erste Motorspritze angeschafft werden. Ein pferdebespannter
Mannschaftswagen, erworben von der Freiwilligen Feuerwehr Strebersdorf
bei Wien, konnte die Ausrüstung vervollständigen. 1932 wurde das 50jährige
Gründungsfest
organisiert, wobei die gesamte Ortschaft mit großem Stolz vertreten
war.
In der Zeit von 1941 bis 1945 mußte der Feuerschutz von dazu verpflichteten alten Männern und Jugendlichen bestritten werden, die nicht zum Kriegseinsatz eingezogen waren.
Nach dem Zweiten Weltkrieg stand unsere Wehr, ihrer Geräte vollständig beraubt und aufgelöst, vor einem schweren Anfang. Unter Kommandant Johann Puszar und seinem Stellvertreter Mathias Kalinka wurde eine neue Mannschaft aufgestellt. Die Mitwirkung der Bevölkerung ermöglichte den Erwerb eines Motoraggregats im Tauschhandel gegen Lebensmittel (Kartoffeln) von einer Wiener Betriebsfeuerwehr, was diesem Aggregat den Namen "Kartoffelspritze" einbrachte. Schlauchmaterial war im Ort aus Wehrmachtsbeständen reichlich vorhanden, sodass nach erfolgter Renovierung des Feuerwehrhauses der Feuerschutz gewährleistet war.
In der Folge kam es 1951 zu einem Kommandowechsel. Kommandant Johann Puszar wurde zum Ehrekommandant ernannt, das Kommando übernahm Mathias Kalinka, sein Stellvertreter wurde Franz Sicherle, Schriftführer und Kassier Friedrich Traxler-Böck, Zugskommandant Paul Huisa. Es e rfolgte eine Neuorganisierung der gesamten Wehr, neue Uniformen wurden aus Mitteln der Feuerwehrkasse angeschafft.
In den folgenden Jahren ging es mit unserer Feuerwehr stufenweise aufwärts.
Ein gummibereifter Mannschaftswagen wurde 1952 gekauft, und 1954 reichte
es bereits zum Bau eines Schlauchturmes und zur Installation einer Sirene.
1961 konnte von der Gemeinde eine moderne Tragkraftspritze
VW 75 Automatik gekauft werden. Wieder einmal beteiligte sich die
Bevölkerung spontan und tatkräftig, als eine neue Anschaffung erforderlich
wurde: 1968 erbrachte eine Haussammlung zum Zweck des Ankaufs eines
Kleinlöschfahrzeugs ATS 40.000,--. Das Fahrzeug, ein Ford Transit, konnte
aufgrund dieser Initiative und durch eine Subvention der Landesregierung
und der Gemeinde angeschafft werden. 1972 wurde an diesem Auto eine
Vorbaupumpe installiert.
1974 gelang es durch den persönlichen Einsatz von Zugskommandanten Paul
Huisa erstmals, eine Jugendgruppe
zu organisieren, die bald beachtliche Erfolge verzeichnen konnte; sie
wurde bei Wettkämpfen Bezirkssieger und 2. Landessieger.
1975 ging Kommandant Mathias Kalinka nach 24 jähriger Tätigkeit als Kommandant und 41jähriger Zugehörigkeit zur Feuerwehr in den verdienten Ruhestand und wurde vom Landesfeuerwehrkommando zum Ehrenkommandant bestellt. Sein Nachfolger wurde Georg Mikula, dessen Stellvertreter Eduard Loncsar. Verwalter und Zugskommandant blieben mit Friedrich Traxler-Böck und Paul Hiusa erhalten.
Zur Erweiterung der Löschkapazität erhielt die Wehr 1977 einen Zweiradanhänger für die Tragkraftspritze und 1979 einen Schaummischer und ein Schaumrohr. Um den steigenden Anforderungen an eine moderne Feuerwehr gerecht zu werden, beschloss das Kommando 1980, die Wehr mit einer Funkausrüstung auszustatten. Wieder konnte durch spontane finanzielle Hilfe der Ortsbevölkerung bei einer Sammlung und durch Zuschüsse der Urbarialgemeinde, des Jagdausschusses, der Spiritusbrennerei, der Raiffeisenkasse und der Gemeinde ein Mobilfunkgerät und ein Handfunktgerät gekauft werden. 1981 übernahm Frau Stefanie Wolfsberger die Finanzierung eines zweiten Handfunkgeräts.
Auf Initiative des Kommandos kam es 1980 unter Bürgermeister Julius Banczi zur Planung und 1982 schließlich zum Bau eines neuen Feuerwehrhauses nach den Richtlinien des Landesfeuerwehrkommandos.